Über uns

150 Jahre Volkschor Dortmund

Seine Wurzeln hat der Volkschor Dortmund im Männerquartett, das im Herbst 1867 aus dem Arbeiterbildungsverein hervorgegangen war. Trotz politischer Gängelungen (Sozialistengesetze) war der Chor schnell Zentrum vielfältiger kultureller Aktivitäten. In die Zeit um den 1. Weltkrieg fiel die Fusion zum Allgemeinen Arbeitergesangverein. Am 29.11.1920 war es dann soweit: Drei Chöre schlossen sich zum Volkschor Dortmund 1867 zusammen.

Die Zwanziger Jahre waren die absolute Blütezeit des Volkschores, standen dem damaligen Dirigenten Fritz Kern doch 400 (!) Sängerinnen und Sänger zur Verfügung – eine für heutige Verhältnisse unglaubliche Zahl.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Volkschor zwar zwangsweise aufgelöst, man hielt aber zusammen und konnte die Probenarbeit im Herbst 1945 wieder aufnehmen.

Bereits vor dem 2. Weltkrieg wurden beachtliche künstlerische Erfolge gefeiert; große Werke wie Samson von Händel, Beethovens 9. Symphonie oder auch das Requiem von Verdi wurden gekonnt präsentiert.

Von 1965 bis 2005 sang der Volkschor Dortmund unter der künstlerischen Leitung von Horst Drewniak. Mit großem Geschick befähigte er die nun nicht mehr so zahlreichen Laien-Sängerinnen und Sänger dazu, auch schwierige Werke aus der klassischen und weltlichen Chorliteratur beindruckend zu präsentieren, z.B. Die Schöpfung von Haydn oder Das Requiem von Mozart. Besonders gerne erinnern sich manche „alte“ Chormitglieder an Konzerte mit einer Mischung aus beliebten Chören aus Oper und Operette. Eine Selbstverständlichkeit waren die Auftritte auf der 1.Mai-Veranstaltung des DGB und bei der Mahnfeier in der Bittermark: Jedes Jahr an Karfreitag wird dort der Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft gedacht.

Volkschor Dortmund Konzert in Dortmund-BerghofenZu Beginn des neuen Jahrtausends hatte der Chor mit schwindenden Mitgliederzahlen zu kämpfen, altersbedingte Austritte konnten nicht mit Neuzugängen ausgeglichen werden.

Seit Sommer 2006 singt der Volkschor unter der musikalischen Leitung von Winfried Meyer. Er konnte und kann seitdem mit interessanten Chorprojekten, einem weit gefächerten Spektrum an Chorliteratur und seinem Einfühlungsvermögen, die Grenzen der fröhlichen Sängerinnen und Sänger zwar aus- aber nicht zu überreizen, den Chor animieren und begeistern. Das Programm ist bunt:

In den Jahren 2007 bis 2009 präsentierte der Chor unter dem Motto Wein, Weill, Wasser einen Querschnitt durch die Chorliteratur, ein Jubiläumskonzert mit Werken von Brahms, Grieg u.a. im Opernhaus, ein Brahms/Schumann-Konzert in der Bürgerhalle des Dortmunder Rathauses und schließlich Missa Gaia von Paul Winter im Rahmen des Klangvokal-Festivals in der Petri-Kirche.

Im Jahr 2009 begann der Volkschor die Projektreihe dortmund vokal: Zu verschiedenen Themen wählen Chorleiter, Sänger und Sängerinnen aus den unterschiedlichsten Musik-Genres Liedgut aus und kombinieren es mit passenden literarischen Texten zu einer Revue.

Kriminaltango - Eine musikalische KriminalrevueIn der 2009 uraufgeführten Musikalischen Revue des 20. Jahrhunderts werden mit Volksliedgut wie Hab´ oft im Kreise der Lieben über Klassik, wie Orffs Odi et amo bis zum Pop-Song Love shine a light Stationen dieses Jahrhunderts besungen, ergänzt durch Nachrichten aus Politik und Kultur sowie Texten von Brecht, Kästner, Roth und Anderen.

Im folgenden Jahr entstand die Revue Kriminaltango, die im Herbst 2012 im Haus Heimsoth mit großem Erfolg Premiere hatte. Darin ertönen z.B. Sah´ ein Knab´ ein Röslein stehen ebenso wie Taubenvergiften im Park, Kriminaltango oder Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett. Texte aus der Kriminalliteratur ergänzen das Programm.

Romeo und Julia - Eine musikalische RevueEin Jahr später kam dann in der Revue Romeo und Julia die Liebe zu Wort mit Liedern wie Purcells Reizende Mädchen, Bernsteins Tonight oder Can´t Help Falling in Love, das der Volkschor mit Inbrunst gerne genauso schmalzig präsentiert wie der unvergessene Elvis Presley. Texte von Shakespeare, Walther von der Vogelweide, Busch, Krüss und Kästner, sowie Sologesang (Martina Gitzen und Rainer Pallutt) runden das Programm ab.

Tierischen Spaß machte dem Chor das Einstudieren von Eine tierische Revue – Ein Musikalisch-literarischer Abend von Ameise bis Zebra! Dabei sind u.a. Hühner im Lied Ich wollt ich wär´ ein Huhn, Katzen im Gedicht von Theodor Storm, die Made im Gedicht von Heinz Erhardt und Goethes Nachtigall in der Vertonung von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die Uraufführung im Haus Heimsoth im Herbst 2014 machte dann auch dem Publikum viel Spaß, ebenso das Wiederholungskonzert im März 2015.

Eine tierische Revue - Musikalisch-literarischer AbendSeit 2011 präsentiert sich der Volkschor Dortmund außerdem regelmäßig beim Dortmunder Musikfestival Klangvokal, war beim Day of Song dabei und animierte auch gerne gemeinsam mit anderen Chören Besucher des Weihnachtsmarktes zum „Weihnachtslieder-Mitsingen“.

Die Gegenwart ist auch bunt: Die Revuen wurden alle noch einmal „aufgepeppt“ und in lockerer Abfolge noch einmal aufgeführt. Zum Jubiläum des Chorleiters am 22.05.2016 sollen u.a. Ausschnitte aus Missa Gaia von Paul Winter erklingen. Für Frühjahr 2017 steht eine neue Revue auf dem Programm: Wir unternehmen eine Musikalisch-Literarische Weltreise!
2017 naht: Der Volkschor Dortmund wird 150 Jahre – das werden wir mit einem bunten Konzert feiern.

Musikalisch-literarische Revue des 20. Jahrhunderts
Musikalische Weltreise